Para Badminton ist eine Variante des Badmintonsports für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Anhand der Behinderung erfolgt eine Einteilung in verschiedene Wettkampfklassen, beispielsweise für Personen im Rollstuhl, mit Prothese/n oder Kleinwüchsige. Grundlage des Spiels ist das übliche Badminton-Regelwerk und eine Netzhöhe von 1,55 m. Je nach Einschränkung oder Wettkampfklasse gelten zusätzlich besondere Regeln. Para Badminton ist seit 2011 in die Badminton World Federation integriert und war 2021 in Tokio erstmals Teil der Paralympischen Spiele.

Der BVS Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e.V. ist die größte Behindertensportvertretung in Bayern und einer der größten Behindertensportverbände Deutschlands. Er deckt ein breites sportliches Spektrum ab: von der Vorbereitung und Betreuung der bayerischen Nachwuchsathlet*innen auf ihrem Weg zu den Paralympics über den Breitensport für Kinder und Erwachsene, die Ausbildung von Übungsleiter*innen und die Förderung von Inklusion im Sport bis hin zur sportlichen Rehabilitation. Seit 2019 gibt es erste Informationen und Sportangebote zu Para Badminton.

Der Bayerische Badminton-Verband möchte Informationen über die Angebote der Mitgliedsvereine für Sportler mit Behinderungen ausbauen. Vereine können ihre Trainings- und Spielmöglichkeiten gern übermitteln an die BBV-Geschäftsstelle.

Ein Vorreiter in Bayern ist der ESV München, der mit vorheriger Anmeldung dienstags von 19.45 Uhr bis 21.30 Uhr zu Para Badminton einlädt und beispielsweise auch badmintonspezifische Sportrollstühle zum kostenfreien Leihen zur Verfügung stellt. Für April 2022 plant der ESV München einen inklusiven Aktionstag.

Tanja W. vom TV Hersbruck berichtet von ihrem Badmintonglück mit Handicap und auf Umwegen:

Mein Name ist Tanja Woodroffe und ich bin eine von vermutlich vielen Badmintonspieler*innen mit einer körperlichen Behinderung. Mit 12 Jahren hatte ich einen schweren Verkehrsunfall und mir mussten die Zehen an einem Fuß amputiert werden. Meine Leidenschaft fürs Kunstturnen fand ein abruptes Ende und ich musste Jahre durchleben, in denen jede Bewegung mit Schmerzen verbunden war. Meine Lebensgeschichte zu erzählen, fällt mir nicht leicht, aber Ihr ahnt gar nicht, wie schön es sein kann, sich partiell ohne Schmerzen bewegen zu können. Beim Badminton wieder Spielfreu(n)de gefunden zu haben, mit meinen Hunden laufen gehen und am Wochenende Punktspiele für meinen TV Hersbruck bestreiten zu können, all das war bis 2018 für mich unvorstellbar.

Da ich nicht rückwärtslaufen kann, ist es toll, dass es im Badminton das Mixed gibt und dies schnell meine Lieblingsdisziplin geworden. Was ich mir immer schon gewünscht habe, wäre mich mal mit Gleichgesinnten und ebenfalls körperlich Eingeschränkten zu messen.

Die Badmintonabteilung beim TV Hersbruck ist recht klein und ein Extra-Training für Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht zu realisieren. Aber die Inklusion hat bei uns vorbildlich funktioniert. Dafür bin ich meiner Trainerin und meinen Mitspieler*innen sehr dankbar. Ich möchte Betroffenen Mut machen, offen die Einschränkungen zu erwähnen. So können sich alle gut darauf einstellen.

Inklusion ist nur in einer Gemeinschaft möglich und der Badmintonsport und Badmintonvereine in Bayern sind eine sehr gute Chance dafür.

Wenn Du Fragen hast oder Dir noch nicht sicher bist, wie Du mit Deiner Situation umgehen sollst, schreib mich einfach an unter .

Foto (c) Tanja Woodroffe

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Eine weitere Quelle für Informationen über Para Badminton ist Parasport.de, das Portal des Deutschen Behindertensportverbandes.