Trainer*innen-Ausbildung im BBV

Die Ausbildungsstruktur des DOSB

Trainer*innen sind die zentralen Personen in der Vermittlung von Badmintonwissen sowie der aktiven Begleitung und Unterstützung von Athlet*innen bei ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung. Bei einer komplexen Spielsportart wie Badminton, die einem sowohl technisch, taktisch als auch athletisch viel abverlangt, ist daher auch das Anforderungsprofil an Trainer*innen breit gefächert. Neben sportartspezifischen Komponenten wie Technik und Taktik zählen auch trainingswissenschaftliche und didaktische Kompetenzen zu den zentralen Aufgabenbereichen. Doch wie wird man überhaupt Trainer*in und wie sieht die entsprechende Ausbildung aus?

Bei der Ausbildung wird zwischen verschiedenen Lizenzstufen unterschieden, die aufeinander aufbauen. Dazu gehören eine Vorstufenqualifikation (Trainerassistent*in) sowie vier folgende Lizenzstufen.

Primärer Ansprechpartner zum Thema Ausbildungen ist der Landeslehrtrainer Tobias Wadenka.

Ausbildungen im Überblick

Die Trainerassist*innen-Ausbildung bildet den Einstieg in die Trainer*innen-Ausbildung und wird seit 2018 als eigenständige Ausbildung angeboten. Vier Module führen dabei durch die Grundlagen der Sportart Badminton (Badminton Basics), sportartübergreifende Basiskompetenzen für Trainer*innen (Sport verstehen und vermitteln 1), sportartspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten (Badminton spielen 1), sowie die Vermittlung des Gelernten an andere Personen (Badminton verstehen und vermitteln 1). Wie der Name schon verrät, soll die Trainerassistent*innen-Ausbildung die Teilnehmenden dazu befähigen, erfahreneren Trainer*innen zu assistieren um erste praktische Erfahrungen bei der aktiven Vermittlung zu sammeln. Jedes Modul umfasst 15 Lerneinheiten (1 LE = 45 Min.) und wird in der Regel in Form eines Wochenendlehrgangs durchgeführt. Die Trainerassistent*innen-Prüfung ist im letzten Modul (Badminton verstehen und vermitteln 1) integriert und findet in Form einer kurzen Lehrprobe statt.
Darauf aufbauend bildet die C-Trainer*in-Ausbildung die 1. Lizenzstufe im Ausbildungskonzept des DOSB. Hierbei werden die Inhalte der Trainerassistent*innen-Ausbildung in Form von vier Aufbaumodulen (Sport verstehen und vermitteln 2, Badminton spielen 2, Badminton verstehen und vermitteln 2 sowie einem Prüfungsmodul) vertieft. C-Trainer*innen haben eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben. Zum einen sollen sie grundlegende badmintonspezifische Fähigkeiten altersgerecht vermitteln, aber vor allem auch durch eine praxisorientierte Vermittlungsart Spielende jeden Alters für den Badmintonsport begeistern. Die C-Trainer*innen-Ausbildung umfasst insgesamt 120 Lerneinheiten (60 LE Trainerassistent + 60 weitere LE Aufbaumodule). Bis 2018 wurde die Ausbildung in Form von 8 Wochenenden oder 2 Wochenlehrgängen inklusive Prüfungslehrgang angeboten. Inzwischen kann sie auch zweigeteilt absolviert werden, sprich zunächst die Trainerassistent*innen-Ausbildung und darauf aufbauend und zu einem späteren Zeitpunkt die genannten Aufbaumodule inklusive Prüfung. Für den Lizenzerwerb wird zudem ein Erste-Hilfe-Schein mit einem Mindestumfang von 9 LE benötigt, der maximal 2 Jahre alt ist.
Die B-Trainer*innen-Ausbildungen werden von den Landesverbänden in Kooperation mit dem Deutschen Badminton-Verband (DBV) angeboten und durchgeführt. Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung als B-Trainer*in Leistungssport ist eine C-Trainer*in-Leistungssport-Lizenz sowie mindestens zwei Jahre Erfahrung als Trainer*in. Die B-Trainer*in-Ausbildung (Leistungssport) richtet sich insbesondere an Trainer*innen, die im Nachwuchsleistungssport aktiv sind und ihr Wissen in diesem Bereich vertiefen möchten. Die Ausbildung B-Trainer*in Breitensport wurde 2019 durch den Landesverband NRW erstmalig durchgeführt und beinhaltet aktuell 60 Lerneinheiten inklusiver einer Prüfung. In Bayern gibt er derzeit noch kein Ausbildungsangebot in diesem Bereich.
Die A-Trainer*in Lizenz bildet die höchste sportartspezifische Trainer*innen-Ausbildung im Lizenzsystem des DOSB und richtet sich besonders an Trainer*innen, die eine hauptamtliche Tätigkeit als Badmintontrainer*in anstreben. Dabei soll das Wissen in sämtlichen Bereichen, insbesondere aber im Hochleistungssport-Bereich vertieft werden. Die Ausbildung wird in regelmäßigen Abständen durch den DBV durchgeführt. Voraussetzung ist eine gültige B-Lizenz (Leistungssport) sowie eine entsprechende Bewerbung vor Ausbildungsstart (weitere Informationen gibt es hier).

Ausbildungs- und Modulübersicht der Trainerassistenten- und C-Trainerausbildung im BBV. Die Modulnamen und die übergreifende Struktur wurde aus dem durch NRW entwickelten Modulkonzept übernommen.

FAQ’s zur Trainerausbildung

Alle Ausbildungstermine inklusive Ausschreibung und Anmeldungsmöglichkeit finden sich auf der Website unter Lehre/Maßnahmen. Bei Problemen oder Fragen zur Anmeldung wenden sie sich bitte an
Das Mindestalter für den Erhalt der C-Trainerlizenz liegt bei 16 Jahren, die Ausbildung kann aber bereits mit 15 Jahren begonnen werden. Der Trainerassistent kann bereits mit 14 Jahren erworben werden.
Vereine können für alle Trainer ab der 1. Lizenzstufe eine Förderung beantragen. Die Vorstufenqualifikation des Trainerassistenten ist nicht bezuschusst. Weitere Einzelheiten zur Förderung des Sportbetriebs gibt es hier: https://www.blsv.de/baublsv-homepage/service/foerderung.html
Der Gültigkeitszeitraum sowie die Regelungen für Verlängerungen variieren je nach Lizenzart. Trainerassistenten- sowie C-Trainerlizenzen haben eine Gültigkeit von 4 Jahren und können mit dem Besuch einer Fortbildungsveranstaltung um weitere vier Jahre verlängert werden. Weitere Informationen zum Thema Fortbildung und Lizenzverlängerung finden sie hier: https://badminton-bbv.de/site/lehre/fortbildung/
Neben der Mitgliedschaft in einem Badmintonverein gibt es für die Trainerassistentenausbildung keine konkreten Aufnahmekriterien und diese Ausbildungsstufe wurde extra geschaffen um einen einfachen Einstieg in die Trainerausbildung zu ermöglichen. Für die Teilnahme an der darauf aufbauenden C-Trainerausbildung sollten die Teilnehmer allerdings solide Grundfertigkeiten der Sportart mitbringen und über mehrere Jahre Badmintonerfahrung verfügen.
Generell erlaubt das Modulkonzept mehr Flexibilität, da auch ein Wechsel und Nachholen von verpassten Modulen im Zuge von anderen Ausbildungsreihen möglich ist. Dennoch ist zu beachten, dass es nur ein begrenztes Angebot gibt und die vorgesehene Reihenfolge der Module wenn möglich eingehalten werden sollte. Der Lizenzerwerb ist erst möglich, wenn alle Module der entsprechenden Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurden.
Aufbauend auf dem in Nordrheinwestfalen entwickleten Ausbildungskonzept mit Qualifizierungsbändern werden die Ausbildungsreihen auch in Bayern seit 2018 in Modulreihen gegliedert. Jedes dieser Module ist einem von vier verschiedenen Kernbereichen zugeordnet: Badminton spielen Badminton vermitteln und verstehen Sport verstehen und vermitteln Prüfungsmodule Badminton Spielen (BS) Ein guter Trainer muss nicht unbedingt ein Spitzenspieler sein, doch ein gewisses Maß an Spielfähigkeit ist vor allem für Demonstrationszwecke sowie beim Zuspielen entscheidend und unterstützt das Verständnis als Trainer enorm. Daher besteht ein Teil der modularisierten Ausbildung aus Inhalten, die darauf ausgelegt sind, die technischen und taktischen Spielfähigkeiten der angehenden Trainer zu verbessern. Außerdem haben vor allem Auszubildende ohne leistungssportlichen Hintergrund die Möglichkeit, in diesen Modulen professionelles Training aus Spielersicht zu erleben und Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Badminton Verstehen und Vermitteln (BVV) Genauso gilt aber auch andersherum: Ein guter Spieler ist nicht automatisch ein guter Trainer. Für einen Trainer ist es die zentrale Aufgabe, Inhalte zu vermitteln. Daher geht es in der Ausbildung vorrangig darum, ein tiefes Verständnis für das „Warum“ und „Wie“ der Sportart zu schaffen, und Strategien und Wege in der Vermittlung aufzuzeigen. In allen Ausbildungen bildet dieser Bereich den größten Anteil. Sport Verstehen und Vermitteln (SVV) Trainerausbildungen umfassen auch für Sport generalisierbare Inhalte wie Trainingswissenschaft, Didaktik und Bewegungslehre, welche alle in den dritten Bereich „Sport verstehen und vermitteln“ fallen. Ziel der Module ist es aber, keinesfalls nur badmintonunspezifisches Wissen anzureichern, sondern stets einen Bezug zur (Badminton-)Praxis zu schaffen.
Der vorwiegende Einsatzbereich für C-Trainer ist das Vereinstraining und hier gibt es sowohl Bereiche die dem Leistungs- als auch dem Breitensport zugeschrieben werden. Per Definition des BBV spricht man erst bei „Maßnahmen für alle O15-Athleten, die das Ziel, den Willen und das Potential haben, nationale und internationale Spitze in O19 zu werden“, von Leistungssport. Doch bereits in den Jahren zuvor geht es im Nachwuchstraining schon um die Vorbereitung auf den Leistungssport und genau hier nehmen C-Trainer eine zentrale Rolle ein, denn sie sollen vor allem im Nachwuchstraining dafür sorgen, dass bei den Spielern eine entsprechende Grundlage gelegt wird um ihnen die Entfaltung ihres Potenzials zu ermöglichen. Des Weiteren ist aber auch die Begeisterung für den Badmintonsport, unabhängig von Alter und Leistungsniveau eine wichtige Aufgabe für C-Trainer. Vor allem im Bereich der Freizeit- und Hobbyspieler redet man hier von Breitensport. Seit 2020 gibt es im Bereich der C-Trainerausbildung in Bayern die Möglichkeit sich durch Wahlmodule auf einen der beiden Bereiche zu spezialisieren. Eine Entscheidung, welche Lizenz letztendlich angestrebt wird, muss erst im Laufe der Ausbildung getroffen werden und die Tutoren übernehmen hier eine beratende Funktion.
Die Prüfung zum Trainerassistent erfolgt in Form einer kurzen Lehrprobe, die im Rahmen des Moduls Badminton verstehen und vermitteln durchgeführt wird. Beim C-Trainer erfolgt eine schriftliche Theorieprüfung, eine praktische Lehrprobe und eine Demonstrationsprüfung von Technik und Zuspielfähigkeiten, welche alle am abschließenden Prüfungswochenende durchgeführt werden.

Bei Fragen zu künftigen Ausbildungen wendet euch bitte an den BBV-Lehrausschuss, bei Fragen zum modularisierten Konzept an Tobias Wadenka.