Archive

Matthias Kicklitz und Yvonne Li gelingt das „Double“

Perfekte Turnierverläufe, zweifache Titelgewinne, unglückliche Niederlagen und Verletzungspech: Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften (2024 vom 1. bis zum 4. Februar in Bielefeld) lagen am Tag der Endspiele einmal mehr Freude und Enttäuschung eng beieinander.

Dabei avancierten Matthias Kicklitz (Blau-Weiss Wittorf) und Yvonne Li (SV Fun-Ball Dortelweil) mit jeweils zwei Finalerfolgen zu den herausragenden Teilnehmenden an der 72. Auflage der nationalen Meisterschaften im Erwachsenenbereich: Zunächst holten der 21-Jährige und seine vier Jahre ältere Nationalmannschaftskollegin am Sonntag (4. Februar 2024) gemeinsam den Titel im Mixed, anschließend triumphierten sie in der Seidensticker Halle zudem im Herren- bzw. Dameneinzel. Im Herrendoppel belegten Bjarne Geiss/Jan Colin Völker (Blau-Weiss Wittorf/TV Refrath) Platz eins, im Damendoppel ließen Julia Meyer/Leona Michalski (beide TV Refrath) die gesamte Konkurrenz hinter sich.

Erstmalig im Halbfinale

Neben Vanessa Aslan-Seele, Anna Mejikovskiy und Kenneth Neumann erreichten 2024 auch Brian Holtschke, Florentine Schöffski, David Eckerlin, Simon Krax und Lena Fischer erstmalig bei den Deutschen Einzelmeisterschaften das Halbfinale und verzeichneten damit ein besseres Ergebnis bei diesem Turnier als je zuvor.

Herreneinzel

Im Herreneinzel verteidigte Matthias Kicklitz (Blau-Weiss Wittorf; Setzplatz 2) seinen im Vorjahr gewonnenen Titel erfolgreich und kürte sich damit zum zweiten Mal im Erwachsenenbereich zum Deutschen Meister in dieser Disziplin. Allerdings verlief das Endspiel auch in diesem Jahr nicht so, wie sich der aktuelle Weltranglisten-115. dies erhofft hatte: Sein Gegner, Fabian Roth (TV Refrath; Setzplatz 3/4), musste beim Stand von 21:17, 22:22 aus Sicht von Matthias Kicklitz aufgeben, nachdem er sich wenige Ballwechsel zuvor am Oberschenkel verletzt hatte. 2023 war das Endspiel im Herreneinzel ausgefallen, da Matthias Kicklitz‘ damaliger Kontrahent, Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil), krankheitsbedingt nicht antreten konnte.

Dameneinzel

Bei den Damen ließ Yvonne Li (SV Fun-Ball Dortelweil; Setzplatz 1) ihrer Endspielgegnerin keine Chance: Fabienne Deprez (Spvgg. Sterkrade-Nord), die als ungesetzte Spielerin das Finale erreicht hatte, unterlag der Olympiateilnehmerin von Tokio mit 6:21, 10:21. Yvonne Li kürte sich folglich zum sechsten Mal in Serie zur Deutschen Meisterin im Dameneinzel. „Ich habe mich gut gefühlt – und ich trainiere natürlich auch ein bisschen mehr als Fabienne momentan“, sagte die Weltranglisten-25. unmittelbar nach dem Match. Mit den Titelgewinnen im Mixed (2024) und im Damendoppel (2020 mit Linda Efler) hat sie nun schon insgesamt acht erste Plätze bei dem prestigeträchtigen Turnier vorzuweisen.

Herrendoppel

Im Herrendoppel gelang es dem topgesetzten Duo Bjarne Geiss/Jan Colin Völker (Blau-Weiss Wittorf/TV Refrath), die Finalpartie gegen die kurzfristig für das Turnier zusammengestellte Paarung Marvin Datko/Kenneth Neumann (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Wipperfeld) – nach deutlich verlorenem ersten Satz – zu drehen und letztlich mit 11:21, 21:13, 21:18 für sich zu entscheiden. „Die Jungs haben es super gemacht und uns im ersten Satz ein bisschen überrannt. Wir haben versucht, daran zu bleiben, und gehofft, dass uns unsere Erfahrung ein bisschen hilft. Wir sind froh, dass es am Ende gereicht hat“, meinte Bjarne Geiss anerkennend. Der 22 Jahre alte Marvin Datko und sein drei Jahre jüngerer Doppelpartner Kenneth Neumann verzeichneten mit dem Einzug ins Endspiel das bislang beste Ergebnis in ihrer Karriere bei den Deutschen Einzelmeisterschaften.

Kenneth Neumann (li.) und Marvin Datko erreichten erstmalig bei den Deutschen Einzelmeisterschaften das Finale.
Foto: Claudia Pauli

Damendoppel

Im Damendoppel standen in diesem Jahr gleich drei Spielerinnen zum ersten Mal bei Titelkämpfen dieser Art im Finale. Julia Meyer/Leona Michalski (beide TV Refrath) gewannen dieses als Nummer eins der Setzliste mit 21:13, 21:13 gegen die ungesetzte Paarung Vanessa Aslan-Seele/Anna Mejikovskiy (beide 1. BC Beuel). Leona Michalski kürte sich damit erneut zur Deutschen Meisterin in dieser Disziplin, nachdem ihr dies vor Jahresfrist an der Seite von Franziska Volkmann (Blau-Weiss Wittorf) erstmalig in ihrer Laufbahn gelungen war. Mit 18 Jahren war Anna Mejikovskiy 2024 unter allen Finalteilnehmer*innen das „Nesthäkchen“.

Es lief sehr, sehr gut. Bei mir war es noch ein bisschen kritisch, ob ich überhaupt die DM würde spielen können, da ich am vergangenen Montag ein gereiztes Hüftgelenk hatte. Aber die Hüfte fühlte sich während des Turniers geschmeidig an, es hätte nicht besser laufen können“, zog die 21 Jahre alte Leona Michalski ein Fazit. Wie Matthias Kicklitz im Herreneinzel und Yvonne Li im Dameneinzel erspielten sich Julia Meyer/Leona Michalski ohne Satzverlust den Titel.

Leona Michalski (li.) und Julia Meyer kürten sich ohne Satzverlust zu Deutschen Meisterinnen im Damendoppel.
Foto: Claudia Pauli

Mixed

Im Mixed lieferten sich Matthias Kicklitz/Yvonne Li (Blau-Weiss Wittorf/SV Fun-Ball Dortelweil) ein hochklassiges und speziell in der Endphase des zweiten Satzes extrem spannendes Finalmatch mit dem topgesetzten Duo Jan Colin Völker/Stine Küspert (TV Refrath/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim). Nach einer Spielzeit von 38 Minuten durften schließlich die beiden Einzelspezialist*innen über einen 21:17, 25:23-Erfolg jubeln. „Das war sehr ungewohnt, wir mussten sehr konzentriert bleiben. Ich bin glücklich, dass es so gut geklappt hat“, meinte Matthias Kicklitz.

Matthias Kicklitz und Yvonne Li gewannen jeweils 2 Titel.
Foto: Claudia Pauli

Die Finalspiele

Herreneinzel: Matthias Kicklitz (Blau-Weiss Wittorf; Setzplatz 2) – Fabian Roth (TV Refrath; Setzplatz 3/4) 21:17, 22:22-Aufgabe Fabian Roth

Dameneinzel: Yvonne Li (SV Fun-Ball Dortelweil; Setzplatz 1) – Fabienne Deprez (Spvgg. Sterkrade-Nord) 21:6, 21:10

Herrendoppel: Bjarne Geiss/Jan Colin Völker (Blau-Weiss Wittorf/TV Refrath; Setzplatz 1) – Marvin Datko/Kenneth Neumann (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/
1. BC Wipperfeld) 11:21, 21:13, 21:18

Damendoppel: Julia Meyer/Leona Michalski (beide TV Refrath; Setzplatz 1) – Vanessa Aslan-Seele/Anna Mejikovskiy (beide 1. BC Beuel) 21:13, 21:13

Mixed: Matthias Kicklitz/Yvonne Li (Blau-Weiss Wittorf/SV Fun-Ball Dortelweil) – Jan Colin Völker/Stine Küspert (TV Refrath/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Setzplatz 1) 21:17, 25:23

„Markus-Keck-Gedächtnispokal“ für Miranda Wilson

Eine Ehrung von besonderer Bedeutung wurde am Tag der Halbfinalspiele Miranda Wilson (SG Schorndorf) zuteil: Die 23-Jährige bekam aus den Händen von Bernd Mohaupt, dem Referatsleiter Spielbetrieb O19 im Deutschen Badminton-Verband (DBV), den „Markus-Keck-Gedächtnispokal“ überreicht. Diese Trophäe wurde 1997 von der Familie des viel zu früh verstorbenen, 20-maligen deutschen Nationalspielers Markus Keck für zehn Jahre gestiftet. Danach beschloss der DBV, die Ehrung fortzuführen. Mit dem Pokal zeichnen die Verantwortlichen stets eine*n hervorragende*n Athlet*in aus, der*die nicht allein in sportlicher Hinsicht überzeugt, sondern auch in Bezug auf ihre*seine Persönlichkeit. So engagiert sich Miranda Wilson etwa seit mehreren Jahren in herausragender Weise für den Klimaschutz. Im DBV fungiert die Vizeeuropameisterin von 2020 mit dem deutschen Damenteam als „Präsidiumsbeauftragte für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz“. Der „Markus-Keck-Gedächtnispokal“ wird traditionell im Rahmen der Deutschen Meisterschaften O19 verliehen.

Mit Miranda Wilson freuten sich (v.l.) Bernd Mohaupt (Referatsleiter Spielbetrieb O19 im DBV), Ralf Michaelis (DBV-Präsident) und Wilfried Jörres (DBV-Vizepräsident) über deren besondere Ehrung.
Foto: Claudia Pauli

Alle Ergebnisse der Deutschen Einzelmeisterschaften 2024 sind auf der Veranstaltungswebsite unter www.dm-badminton.de, auf der DBV-Website unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://dbv.turnier.de (Stichwort „72. Deutsche Meisterschaften O19 2024“) erhältlich.

 

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Kategorien: DBV