Neben knallenden Smashes und lauten Jubelschreien beim 30:28 hallten am vergangenen Wochenende des 8. und 9. Oktobers auch die Begriffe der zentralen Position, des taktischen Zentrums sowie der Vermittlungsprinzipien durch die Turnhalle des Landshuter Carossa Gymnasiums. In dieser kamen 24 C-Trainer*innen aus Bayern zusammen, um ihren Trainerschein mittels der dort stattfindenden Fortbildung zu verlängern. Geprägt von den Ampelfarben rot, gelb und grün ging es für die Teilnehmer am Samstagvormittag mit einigen Kennenlernspielen los, bei der sich die Trainer untereinander besser kennenlernten und bei einer Runde „Alle Die“ auch schon erste taktische Handlungsansätze zum Spaße aller zu Tage gebracht wurden. Anschließend teilten sich die Trainer in Einzel- und Doppelspieler auf, wobei für beide Gruppen eine Auffrischung und Erweiterung des disziplinspezifischen taktischen Wissens auf dem Programm stand. Dabei sorgte Tobias Spägele für einen breit gefächerten Wissensschatz an doppeltaktischen Elementen, während Fabian Lautner die erfahrenen Trainer mit einer eigens aufgestellten Definition der zentralen Position ins Grübeln brachte. Nach dieser provozierenden Definition, welche schon manche Trainer in die rote Zone beorderte, lernten die Teilnehmer das Zonenmodell von Lars Uhre in all seinen Farben sowohl in der Theorie als auch in der Praxis auf dem Feld kennen. Im Anschluss an eine magenfüllende Stärkung in Form mehrerer Pizzas sowie süßer Kuchen zur Nachspeise, die von den Organisatoren des Post SV Landshut herbeigeschafft wurden, stand eine Premiere auf der Tagesordnung. In einer prall gefüllten Halle konnten die C-Trainer ihr neu erworbenes taktisches Wissen einem Realitätscheck unterziehen, da für sie nun der Block Spielbeobachtung auf dem Programm stand. Dabei verfolgten die Trainer jeweils das Spielgeschehen einer Einzel- und einer Doppelpartie der in der Halle ausgetragenen Oberligaspiele und notierten fleißig mit wohin aufgeschlagen und returniert wird, oder wie lange die Ballwechsel im Doppel andauern. Im Einzel stand eine Analyse der Fehler und Punkte an, welche mit einer Einordnung dieser in die drei Zonen kombiniert wurde. Neben rauchenden Köpfen und glühenden Stiften kamen auch einige interessante Beobachtungen zustande, die nicht selten in einem direkten Feedback für den Spieler endeten, was zur Freude auf beiden Seiten führte. Abschließend verbesserten die Trainer ihre eigenen Zuwurf- und Zuspielfähigkeiten, wobei auch das komplexe Zuspiel von oben oder das Zuspiel einer Doppelballmaschine als Herausforderungen angenommen wurden.

An Tag zwei kehrte wieder Ruhe in die Turnhalle ein. Die Oberligaspiele waren vorbei und der Sonntagmorgen startete für die Teilnehmer mit einem Gassi führen ihres Hundes, den sie um keinen Preis verlieren durften und schnell im Slalom um die Mattenbahnen herum folgen mussten. Für die erfolgreichen Hundeführer ging es weiter mit einer Einführung in die methodische Reihe, bei der die Spieler die schrittweise Einführung einer Technik anhand des Recovery-Steps vom Schattenbadminton bis hin zur Matchsituation kennenlernten. Im zweiten Block des Vormittags schlüpften die Trainer wieder in ihre Rolle und setzten die vorgestellten Vermittlungsprinzipien gleich in die Praxis um. Ein lautes Knallen beim Schlag auf die Weichbodenmatte oder das Abfeuern von Federbällen aus einer Ballrolle machte auch den Übenden sichtlich Spaß, sodass das Schulen der Rotationsbewegung eine kurzweilige Angelegenheit wurde. Im letzten Teil der Fortbildung stand erneut die Taktik im Fokus, wobei diese in kleinen Spielformen vermittelt wurde, bei denen Weltmeister und Kaiser gekrönt wurden. Stolz auf ihre neues und wiederaktiviertes, vorhandenes Wissen verabschiedeten sich die Teilnehmer nach einem Dankesapplaus für die Organisatoren aus Landshut, welche dem spannenden Wochenende mit ihrer Planung und Hilfsbereitschaft die Krone aufsetzten.

Nun kann an vielen Orten in Bayern wieder mit neuer Motivation und neuem Input trainiert werden, sodass die Qualität im bayerischen Training hoffentlich noch einmal etwas ansteigt.

Fabian Lautner