Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) hat sein von ihm selbst als „Gruppenfinale“ bezeichnetes Auftaktmatch verloren und damit nur noch geringe Chancen, beim olympischen Badmintonturnier in Rio de Janeiro die mit dem Achtelfinale beginnende K.-o.-Runde zu erreichen:Der 32 Jahre alte Europameister von 2012 im Herreneinzel verlor am Freitag (12. August) sein erstes Vorrundenspiel in der Gruppe K gegen den Iren Scott Evans in drei Sätzen. Trotz eines souverän gewonnenen ersten Durchganges musste sich der dreimalige Olympiateilnehmer als Nummer zwölf der Setzliste letztlich mit 21:9, 17:21, 7:21 geschlagen geben. Für den Weltranglisten-72. Scott Evans war dies der erste Triumph im insgesamt neunten Aufeinandertreffen mit dem aktuellen Weltranglisten-14. aus Deutschland.

„Im ersten Satz hat Marc optimal gespielt und u. a. sehr viel Tempo gemacht. Scott Evans war da
noch nicht präsent, aber er ist sehr erfahren und uns war daher klar, dass es im zweiten Satz nicht
so weiter gehen würde. Scott Evans kam immer besser ins Spiel, hat seine Taktik umgestellt und
Marc hat umgekehrt nicht die richtigen Mittel gefunden“, zog Holger Hasse, Chef-Bundestrainer im
Deutschen Badminton-Verband (DBV), ein Fazit.

Sowohl Marc Zwiebler (Sonntag, 14. August 2016, 15.55 Uhr Ortszeit) als auch Scott Evans
Samstag, 13. August 2016, 19.55 Uhr Ortszeit) müssen in der Vorrunde nun noch gegen den
Brasilianer Ygor Coelho de Oliveira antreten. Beide sind gegenüber dem Publikumsliebling
favorisiert. Zwar ist der Lokalmatador als derzeitige Nummer 64 der Weltrangliste im Ranking des
Badminton-Weltverbandes BWF besser platziert als Scott Evans, der Ire gilt aber aktuell als der
leistungsstärkere Spieler.

Eine hervorragende Leistung zeigten am 2. Veranstaltungstag Johanna Goliszewski und Carla
Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath). Die Deutschen Meisterinnen im Damendoppel begegneten den
Weltranglistenneunten Chang Ye Na/Lee So Hee aus Korea beim 18:21, 21:18, 17:21 auf
Augenhöhe und durften daher trotz der zweiten Niederlage im zweiten
Vorrundenspiel zufrieden sein. „Im Januar haben wir gegen sie zu elf und zu
zwölf verloren. Insofern ist das eine gute Steigerung“, sagte Johanna
Goliszewski. Chef-Coach Holger Hasse meinte: „Johanna und Carla haben
fantastisch gespielt, sie haben das geschafft, was man bei Olympia will: die
Bestleistung abrufen. Die Koreanerinnen sind ein Weltklasse-Paar. Johanna und
Carla haben sie absolut herausgefordert.“

Der Einzug ins Viertelfinale, mit dem in den Doppeldisziplinen die K.-o.-Runde beginnt, ist für die
Weltranglisten-25. aus Deutschland aufgrund ihrer Bilanz aus den ersten beiden Gruppenspielen
nicht mehr möglich. In ihrer abschließenden Vorrundenpartie, gegen die bislang ebenfalls
sieglosen Schwestern Gabriela und Stefani Stoeva aus Bulgarien (Weltranglistenplatz 18), geht es
für die 30 und 25 Jahre alten DBV-Asse am Samstag (13. August 2016, 20.30 Uhr Ortszeit) um
den dritten Tabellenplatz in der Gruppe D.

Auch für das Herrendoppel Michael Fuchs/Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-
Bischmisheim) sowie für das Mixed Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-
Bischmisheim/1. BC Beuel) wird das olympische Badmintonturnier 2016 nach der Gruppenphase
beendet sein. Beide Paarungen erlitten am 2. Veranstaltungstag ihre zweite Niederlage.
Michael Fuchs und Johannes Schöttler mussten sich als Nummer 26 der Weltrangliste den an
Nummer vier gesetzten Weltranglistenvierten Fu Haifeng/Zhang Nan aus China mit 11:21, 16:21
geschlagen geben. Die Routiniers streben nun – wie ihre Nationalmannschaftskolleginnen im
Damendoppel – in ihrem dritten und damit letzten Vorrundenspiel einen Sieg an, damit sie die
Vorrunde auf Tabellenplatz drei abschließen. Gegner sind am Samstag (13. August 2016, 9.00 Uhr
Ortszeit) in der Gruppe B die Weltranglisten-42. Philip Chew/Sattawat Pongnairat aus den USA.
Rang drei in der Tabelle hat nunmehr auch das Mixed Michael Fuchs/Birgit Michels im Fokus. Die
Olympiafünften von London und aktuellen Weltranglisten-18. verloren am Freitag in der Gruppe A
mit 16:21, 15:21 gegen Praveen Jordan/Debby Susanto aus Indonesien (Weltranglistenplatz 5)
und treffen zum Abschluss auf Lee Chun Hei Reginald/Chau Hoi Wah aus Hongkong
(Weltranglistenplatz 16).

In den drei Doppeldisziplinen konnten sich lediglich jeweils 16 Paarungen für die olympischen
Badmintonwettbewerbe 2016 qualifizieren. Insofern ist es schon aller Ehren wert, zu diesem
illustren Kreis zu gehören. Ohnehin stellt der DBV in diesem Jahr einen Rekord auf: Erstmals sind
deutsche Badmintonasse sowohl im Herreneinzel und im Dameneinzel als auch im Herrendoppel,
im Damendoppel und im Mixed bei Olympia vertreten.

Am späten Freitagabend (Ortszeit) hatte noch Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen) im
Dameneinzel die Möglichkeit, der Delegation des DBV in Rio den ersten Sieg zu bescheren. Die
31-Jährige traf in ihrem ersten Vorrundenspiel in der Gruppe P auf Chloe Magee aus Irland.

Die Vorrundenspiele der deutschen Olympiateilnehmer

Claudia Pauli
(Pressesprecherin DBV)

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